Orthopädische Maßschuhe

Wer benötigt Maßschuhe?

Auch orthopädische Maßschuhe sehen schick und elegant aus, denn die Zeiten haben sich geändert - Ihr Facharzt verordnet Ihnen Maßschuhe, wenn Sie diese aus gesund-
heitlichen Gründen dringend benötigen.

Gemäß Begriffsliste des Internationalen Verbandes der Orthopädie-Schuhtechniker IVO 1991 ist der orthopädische Maßschuh ein orthopädisches Hilfsmittel zur Rehabilitation und Versorgung bei pathologischem Zustand, nach Verordnung des Arztes. Der orthopädische Maßschuh wird über einen individuell für den Patienten angefertigten Leisten hergestellt. Alle erforderlichen schuh- und orthopädietechnischen Konstruk-
tionselemente werden im Schuh eingearbeitet.

Jede Versorgung benötigt eine ärztliche Verordnung. Der Facharzt wird sich mit dem Orthopädie-Schuhmacher absprechen. Im Vordergrund stehen individuelle Beratung und Aufklärung des Patienten. Der Erfolg jeder Hilfsmittelversorgung benötigt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Arzt, Orthopädie-Schuhmacher und Patient. Dies gilt in besonderem Maße für orthopädische Maßschuhe.

Die Indikation richtet sich nach dem Befund, der Beurteilung und dem therapeutischen Ziel. Orthopädische Maßschuhe sind indiziert, wenn dem Patienten nicht mehr mit einfacheren Maßnahmen - wie orthopädischen Serienschuhen oder Einlagen und orthopädischen Schuhzurichtungen - befriedigend geholfen werden kann. Im weiteren Sinne werden auch Physiotherapie und operative Behandlung hinzugezählt.

In Anlehnung an wissenschaftlich anerkannte Richtlinien (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie DGOOC, früher DOG und dann DGOT) sind orthopädische Maßschuhe bei folgenden Krankheitsbildern, Form- oder Funktions-
veränderungen indiziert:

Knick-Platt-Füße, aber nur dann, wenn ein völliger Verlust der Längswölbung vorliegt und dieser nicht mehr korrekturfähig ist, also Plattfüße in Wiegenform oder schmerzhaft fixierte Knick-Platt-Füße mit völligem Verlust der Längswölbung, da sich diese Fußform nicht mehr der Sprengung des Konfektionsschuhs anpassen lässt.

Alle Klumpfüße, bei denen die Außenkante des Fußes belastet wird, zur Verhütung des Fortschreitens des Leidens und um die nur beschränkt tragfähige Außenkante des Fußes zu entlasten.

Korrigierte Kinderklumpfüße, bei denen eine Rezidivgefahr besteht, wenn nicht wirksamere Mittel einzusetzen sind und die Versorgung mit konfektionierten Korrektur-Sicherungsschuhen nicht ausreicht.

Alle kompletten Versteifungen des oberen Sprunggelenkes.

Schmerzhafte Funktionsstörungen und Versteifungen der Fußwurzelgelenke, auch als Verletzungsfolge (besonders in Verbindung mit gleichzeitiger Vorfußverformung und bei wesentlicher Störung der Fußabwicklung).

Beinverkürzungen von 3 cm und darüber.

Angeborene oder erworbene Missbildungen, Zustände nach operativer Korrektur schwerer Fußverformungen, auch in der Folge von Lähmungen und entzündlichen Erkrankungen im Wachstumsalter bestehende Fußdeformierungen.

Ausgeprägte Lähmungsfüße

Schwere Hohlfüße mit Trageschwäche der zu geringen Belastungsfläche.

Bei Auslösung der Großzehe im Grundgelenk.

Fußabsetzungen oder -exartikulationen bei noch tragfähigem Stumpf.

Bei groben Zehenverformungen und Mittelfußveränderungen, hochempfindlichen inneren oder äußeren Ballenwinkel.

Kontrakuren der Zehengrundgelenke mit Abrollbehinderung, wenn operative Korrektur nicht möglich ist.

Schmerzhafte Versteifung der Zehengelenke nach akuten und chronischen Gelenkentzündungen mit wesentlicher Beeinträchtigung der Belastungsfähigkeit.

Grobe, auch funktionelle Veränderung der Fußform oder der Sensibilität und Durchblutung des Fußes, die zu Belastungsstörungen führt und neben der Bettung auch der Abrollung bedarf, wie z.B. nach Lähmungen im Wachstumsalter oder nach längerem Diabetes mellitus, wenn Konfektionsschuhe mit Bettungseinlage oder konfektionierte Spezialschuhe nicht ausreichen.

Über Fußteilprothesen oder über orthopädischen Beinorthesen, wenn Konfektionsschuhe, orthopädische Zurichtungen oder konfektionierte Schuhe über Beinorthese nicht ausreichend sind.

Andauernde grobe Schwellungszustände der Füße und Unterschenkel (z.B. Elephantiasis und andere vergleichbare Zustände), während im Tagesverlauf auftretende Schwellungen als solche kein Maßschuhwerk notwendig machen.

Eine Alternative ist der orthopädische Innenschuh. Er enthält alle orthopädietechnischen Elemente und passt in einen geeigneten Serienschuh, ggf. ergänzt durch orthopädische Zurichtungen. In schwierigen Fällen erfordert auch er einen Schuh nach Maß. Der Innenschuh kann somit in verschiedenen Schuhen getragen werden, ein Vorteil gegenüber dem orthopädischen Maßschuh.

Erstanfertigung oder Neuversorgung

Die Anfertigung eines orthopädischen Maßschuhs ist sehr aufwendig. Bei der Auswertung des ärztlichen Befundes und der vorliegenden Verordnung soll bereits bei der Beurteilung des Fußes durch den Orthopädie-Schuhmacher der Plan der vielen einzelnen, technisch möglichen Maßnahmen reifen, die in den orthopädischen Maßschuh integriert werden.

Die Erstversorgung orthopädischer Schuhe bzw. Diabetikerschuhe sollte durch den Facharzt, also einen Orthopäden oder Diabetologen erfolgen. Folgeversorgungen im Allgemeinen können dann auch vom praktischen Arzt vorgenommen werden. Mit dem Rezept kommen Sie dann einfach zu uns. Sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht zu uns kommen können, dann kommen wir zu Ihnen - alles kein Problem.

Nach Bewilligung des Hilfsmittels beginnt der Orthopädie-Schuhmacher-Meister mit der Anfertigung Ihrer Maßschuhe unter Berücksichtigung Ihrer Wünsche.

Was Sie über orthopädische Maßschuhe wissen sollten

Auch orthopädische Maßschuhe sind Gebrauchsgegenstände und müssen eines Tages ersetzt werden.

Die Grundausstattung an orthopädischen Maßschuhen besteht aus:

einem Paar Straßenschuhen
einem Paar Ersatzschuhen und
einem Paar Hausschuhen

Nach der Erstausstattung kommt eine Ersatzbeschaffung grundsätzlich nach zwei Jahren in Betracht. Die Hausschuhe sollten jedoch länger halten. Hier erhalten Sie erst nach vier Jahren ein neues Paar. Nur in Verbindung mit individuellen Rehabilitations-
therapien erhalten Sie auch orthopädische Turnschuhe oder Badeschuhe. Welche orthopädischen Maßschuhe Sie nun benötigen - das entscheidet Ihr Orthopäde.

Haben wir Ihr Vertrauen gewinnen können und für Sie ein Paar orthopädische Schuhe gefertigt, dann sollten Sie wissen, dass wir alle Unterlagen vom Fußabdruck, der Fußdruckmessanalyse (von besonderer Bedeutung bei der Versorgung diabetischer Füße) bis zu den Leisten für Sie aufbewahren. Immer dann, wenn sich Ihr Fuß verändert hat, können wir auf die ursprünglichen Unterlagen und die aktuellen Befunde zurückgreifen und Ihre neuen orthopädischen Schuhe innerhalb kürzester Zeit und kostensparend herstellen oder Änderungen an Ihren Schuhen vornehmen.

Ein Maßschuh ist also ein in Handarbeit gefertigter, hochwertiger Schuh, der mit normalen Konfektionsschuhen nicht vergleichbar ist. Durch zusätzliche individuell erforderliche Zuarbeiten wird dieser zum orthopädischen Maßschuh - passgenau für Ihren Fuß und den jeweiligen medizinischen und therapeutischen Erfordernissen entsprechend.

Es ist durchaus möglich, dass während der sogenannten Gewährleistungspflicht individuelle Änderungen am Schuh notwendig werden, um den therapeutischen Nutzen des Schuhs weiter zu erhalten.

Wir sind Ihr Spezialist für die diabetesgerechte Fuß- und Schuhversorgung -
profitieren Sie davon!