← Zurück zur Übersicht
Fersensporn: Ursachen, Symptome und Versorgungsmöglichkeiten imÜberblick
Beschwerden & Schmerzen

Fersensporn: Ursachen, Symptome und Versorgungsmöglichkeiten imÜberblick

Was ist ein Fersensporn?

Ein Fersensporn ist eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein. Man unterscheidet den plantaren Fersensporn an der Unterseite der Ferse, an der Ansatzstelle der Plantarfaszie, vom selteneren dorsalen Fersensporn am Ansatz der Achillessehne. Die Ausziehung selbst entsteht meist über einen längeren Zeitraum als Reaktion des Knochens auf wiederholte Zugbelastung.

Typische Symptome

Charakteristisch ist ein stechender Schmerz unter der Ferse, der besonders bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen auftritt und im Laufe der Bewegung oft etwas nachlässt. Der Schmerz kann sich bei fortbestehender Belastung wieder verstärken.

Welche Faktoren mit einem Fersensporn in Zusammenhang stehen

In der Fachliteratur werden verschiedene begünstigende Faktoren beschrieben: erhöhtes Körpergewicht, lang andauernde Steh- oder Gehbelastung auf hartem Untergrund, Fußfehlstellungen wie Senk- oder Plattfuß, eine verkürzte Wadenmuskulatur und Plantarfaszie sowie ungeeignetes oder stark abgenutztes Schuhwerk. Häufig wirken mehrere dieser Faktoren zusammen.

Welche Versorgungsmöglichkeiten es gibt

Die Behandlung eines Fersensporns liegt im Zusammenspiel von ärztlicher und orthopädie-schuhtechnischer Versorgung. Zu den gängigen Ansätzen zählen:

  • Individuelle Einlagen mit Aussparung oder Weichbettung im Bereich der schmerzenden Stelle, um den lokalen Druck beim Abrollen zu reduzieren.
  • Schuhwerk mit stabiler, dämpfender Sohle und ausreichendem Fersenhalt, das die Stoßbelastung beim Gehen verändert.
  • Physiotherapeutische Maßnahmen, etwa Dehnübungen für Wadenmuskulatur und Plantarfaszie.
  • Ärztliche Verfahren wie Stoßwellentherapie oder in bestimmten Fällen Injektionen, deren Einsatz im Einzelfall ärztlich beurteilt wird.
  • Operative Verfahren, die in der Literatur nur bei einem kleinen Teil der Fälle nach Ausschöpfung anderer Maßnahmen beschrieben werden.

Welche Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Ausprägung, Vorerkrankungen und individueller Fußsituation ab und sollte ärztlich sowie orthopädie-schuhtechnisch abgeklärt werden.

Rolle der Ganganalyse in der Versorgung

Vor einer Einlagenversorgung wird in der Regel eine Ganganalyse mit Fußdruckmessung durchgeführt. Sie zeigt, an welcher Stelle und in welchem Ausmaß die Ferse tatsächlich belastet wird, und bildet die Grundlage für die Konstruktion einer individuellen Einlage. Mehr zu diesem Verfahren finden Sie in unserem Beitrag zur Ganganalyse und Fußdruckmessung.

Wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist

Bei plötzlich auftretenden, starken Schmerzen, sichtbarer Schwellung oder Rötung sowie bei Beschwerden, die über mehrere Wochen unverändert bestehen, wird üblicherweise eine ärztliche Abklärung empfohlen, um andere Ursachen auszuschließen und das weitere Vorgehen festzulegen.